Beate N.: Absolute Mehrheit für die CSU?

Absolute Mehrheit für die CSU – so wirds gemacht!

Ich hatte mir ja fast schon einen blog-Beitrag überlegt: CSU – Schach matt in drei Zügen oder wie man seine (treuen) Wähler verliert…
Mittlerweile allerdings wird mir aber schon Angst, dass die CSU „es“ wieder schaffen könnte. „Es“ bedeutet die absolute Mehrheit zu erringen. Wie ich darauf komme? Fährt man durch die bayerischen Lande, fallen einem unweigerlich immer wieder Plakate ins Auge, die ankündigen, dass dieser und jener CSU-Fritze, an dem und dem Tag, dort und dort hinkommt. Beispielsweise Bayreuth, 28.5.2013, Dr. Markus Söder kommt! Oder 30.5.13 Irsingen, Joachim Herrmann kommt! Und wohin kommen diese Herren und auch Damen? Denn auch „Christine Haderthauer kommt!“ Und wohin kommen sie, die CSU-Fritzen? Sie kommen ins Festzelt, aufs Feuerwehrfest, aufs Schafs-Fest, zum Volksfest.
Und was machen sie dort? Sie beweihräuchern sich und ihre Partei. Vor wie vielen Leuten? Vor vollen, großen Bierzelten. Naja, nicht immer voll. Manchmal sogar eher leer, gell Herr …? Aber oft schon voll und groß! Und dann geht es los! Reißerisch, biertrinkend, der Menge zujubelnd oder umgekehrt (?) biedert man sich und seine Partei und deren Politik an. Und soll ich dir was sagen Opa? So muss man es machen! In Bayern! Genau so! Das will das Volk! Das Volk will kein quer, kein kontrovers, kein Report Mainz! Das Volk will keine schlaflosen Nächte! Das Volk will Sorglosigkeit, Selbstgefälligkeit, Beweihräucherung, kurz es will Brot und Spiel. Die „Leichen im Keller“ will man nicht sehen! Die CSU macht es also genau richtig! Sie gibt dem Volk im Wahlkampf wonach des schreit!

Als ich mich bei einem Freund, über diese Masche, mit den überall hin kommenden CSU-Fritzen echauffierte, meinte dieser: Die CSU macht es richtig! Überall schön hinkommen, die Leute einlullen, schön Präsenz zeigen, alles weglächeln und die Masse mit einem „Prosit der Gemütlichkeit!“ begeistern.
Selbstredend, dass diese CSU-Fritzen, dann auch noch in zig Vereinen Vereinsmeierei betreiben und sich am Ende sogar noch von ihren MdBs unterstützen lassen, denn für die ist ja auch Wahlkampf.

Und die anderen, meinte er, Grüne, FDP, Freie Wähler, SPD und wie sie alle heißen. Ob ich von denen jeweils drei Namen aus Bayern nennen könne? Nein, kann ich natürlich nicht! Ob ich denn schon jemals ein Plakat gesehen hätte, dass ein Grünen-, FDP- , Freie Wähler- , SPD-Fritze kommt? Nein, hab ich nicht! Oder, ist da nicht irgend ein SPD-Plakat in meinem Hinterkopf? Nein, muss ich mich getäuscht haben. Und selbst wenn, fuhr der Freund fort, es würde ja sowieso niemand hingehen! Stimmt!

Da fällt mir noch eine Begebenheit aus dem schönen Oberfranken ein! Kurz nach der letzten Landtagswahl installierte man eine gewisse Frau Monika Hohlmeier bei uns im schönen Oberfranken als Europaabgeordnete, MdEp, wie man so schön sagt. Ein Sturm der Entrüstung brach los, die Zeitungen bogen sich vor bitterbösen Leserbriefen, wie man die „abgehalfterte Strauß-Tochter“ zu uns nach Oberfranken schicken könne. Aber ich verspreche dir, lieber Opa, das haben sie vergessen, die Oberfranken! Sie haben es vergessen und die CSU ist wieder die Nummer 1! Wo ich gerade so darüber nachdenke…Das wäre doch auch etwas für andere noch amtierende MinisterInnen. Zurücktreten, kurz in der Versenkung bleiben und dann irgendwo ein Europamandat übernehmen!

*Ironie on*
Als MdEp hat man auch garantiert ein ruhigeres Leben, als hier, wo man am Ende noch im Landtag sprechen (oder soll ich nach dem was ich gestern in der ARD gesehen habe sagen: lügen) muss und von Report Mainz zu Interviews gebeten wird, die man dann nervös abbrechen muss. Wo einem die Medien dauernd auf den Fersen sind und man sich am Ende noch vor einem Untersuchungsausschuss wiederfindet. Wo es doch eigentlich weder einen Anfangsverdacht gab und die nachprüfbaren Behauptungen sowieso nicht zutreffend waren! Unerhört! Wie schön könnte es da in Straßburg sein!
*Ironie off*

Aber, wie dem auch sein, es scheint mir möglich zu sein, dass die CSU „es“ durch ihre „Anbiederungsmasche“ wieder schafft! Die einzige Hoffnung ist, dass „Die Story im Ersten – Der Fall Gustl Mollath! In den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie“ alles zerstört hat, was den treuen CSU-Wählern so heilig war. Dass es eine tiefe Zerrüttung im Verhältnis zur „ihrer“ Partei gegeben hat, nachdem durch Verwandten- und Modellbau-Affäre schon ein Gschmäckle da war!

So dass es dann doch noch stimmt: CSU – Schach matt!

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23 Antworten zu Beate N.: Absolute Mehrheit für die CSU?

  1. Einzelfall schreibt:

    Viele NSDAP-Mitglieder sind zur CSU & CDU gewechselt.
    Die Farben wechseln, die Ideologie bleibt.

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  2. Anonymous schreibt:

    Da fällt mir nur ein: Biermösl Blosn, „Salmonellen oder ned – I geh in koa Bierzelt mehr nei, wo da Edmund Stoiber redd!“ – anhören, schlapplachen.

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  3. Menschenrechtler schreibt:

    @Beate @Alle
    Das eindrückliche beschriebene Verhalten der CSU hat sicherlich bislang zum Erfolg bei den
    Wahlen geführt. Allerdings haben sich die Zeiten auch in Bayern entscheidend geändert:
    Die Grünen und die Freien Wähler sitzen im Landtag, die FdP fliegt voraussichtlich aus dem
    Landtag und muss voraussichtlich eine Koalation bilden. Über die Bankenskandale, das Milliardenlich der Hypo-real-Estate und andere Skandale, den fragwürdigen Donau-Ausbau u.v.a.m. sind die Bayern durchaus informiert und auch verunsichert. Selbst Seehofer gab unmißverständlich zu verstehen, dass er eine andere (anständige) CSU haben möchte, weil
    er realisiert hat, dass mit einer unehrlichen CSU und dem Franken Söder, Ziehsohn von Beckstein…, dem er viele Schmutzeleien öffentlich vorgehalten hat, die Macht in mehr zu
    halten ist.OB Ude würde nicht kandidieren, wenn er sich nicht reele Chancen ausrechnen
    würde, eine Drei-Kolation führen zu können. Aiwanger, Ude und auch die Grünen machen
    durchaus auch Wahlkampf, sogar in Bierzelten, allerdings zu kopfig! Dr. Schlötterer tritt
    mit Dr. Runge von den Grünen zum Thema Mollath kontinuierlich auf.
    Warten wir es ab was sich alles noch bis zur Wahl am 16.9.2013 abspielen wird.
    D

    Nur der Herr Ude hat trotz Aufforderung sich zum Fall Mollath nicht geäußert….
    Dies ist unverständlich. Viele meinen, die Verliererpartei SPD in Bayern will eigentlich garnicht
    gewinnen. Die Chancen sind jedoch erstmals seit vierzig Jahren vorhanden.

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    • F. Fischer schreibt:

      @ Menschenrechtler
      Sie sprachen im Blog von Frau Wolff von einer geplanten Demo.
      Darf ich fragen, wann und wo diese stattfinden soll und ob Sie an der Planung beteiligt sind?

      Zweck meiner Frage ist folgender:
      Die Zahl der Unterschriften für die „Mollath-Petition“ strebt gerade in einem atemberaubenden Tempo auf die anvisierte Zahl von 10.000 zu, dass selbst die schnelle Bayerische Justiz nicht so schnell gucken kann 😉
      https://www.openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-gustl-mollath

      Wenn man nun diese Demo im Kontext der Überreichung der ausgedruckten Unterschriften an Frau Merk ansiedeln würde und die Presse breit informiert, dann könnte dies sehr effektiv und öffentlichkeitswirksam sein.

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      • Menschenrechtler schreibt:

        @F.Fischer
        Herzlichen Dank für Ihr Interesse an der Kundgebung und Demo. Selbstverständlich
        können dabei weitere Unterschriften für die Petition gesammelt werden. Das genaue
        Datum steht noch nicht fest, ist jedoch erst im Laufe des Monats Juli wegen der Vorbereitungen und der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit auch über Twitter, Face-book
        und die Medien. Namhafte Redner haben bereits zugesagt!
        Über die dürftige Resonanz in den blogs bin ich enttäuscht und gehe davon aus, dass
        die Mehrzahl der blogger vorallem analysieren, reflektieren wollen, aber nicht bereit
        sind auch zu handeln. An der Planung, Vorbereitung bin ich beteiligt.
        Bitte Demo, Kundgebung weiter bekanntmachen, um tatsächlich eine Großdemonstration
        mit politischer, medienwirksamer Relevanz zu erreichen!

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      • F. Fischer schreibt:

        @Menschenrechtler
        Danke für die Antwort.
        Auf der openpetition Seite gibt es einen guten Leitfaden für die Übergabe der Unterschriften:
        https://www.openpetition.de/blog/hilfe/erfolgreiche-petition/
        (Absatz „Übergabe“)
        Dieses Vorgehen finde ich sehr gut. Zudem kann der Initiator der Petition den gesamten Unterzeichnerkreis per E-Mail auf die Demo/Übergabe-Unterschriften hinweisen.
        Ein Kontakt zum Petenten könnte sinnvoll sein.

        Dass die Teilnehmer der Blogs nur analysieren möchten, kann ich nicht bestätigen. Es wird auch viel gehandelt.
        Dass Ihre angekündigte Demo nicht die erwünschte Resonanz fand, könnte daran gelegen haben, dass die Informationen (soweit ich dies wahrgenommen habe) dazu noch nicht konkret waren.
        Auch in diesem Blog wurde schon mehrfach über Demo/Infostände o.ä. diskutiert. Es braucht nur jemanden, der das Heft in die Hand nimmt.
        Wenn Sie bereits an Planung und Orga beteiligt sind, macht es aus meiner Sicht Sinn, konkretere Angaben zu dem Vorhaben und den aktuellen Planungsstand in den Blogs zu posten und nach konkreter Mithilfe für gewisse Aufgaben zu fragen. Dann, so denke ich, ist die Chance größer, „Mitstreiter“ zu finden.

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      • Deali schreibt:

        @Menschenrechtler,
        ich hatte es schon mal angesprochen: http://www.focus.de/politik/deutschland/mini-protest-gegen-wulff-vor-schloss-bellevue-demonstranten-setzen-wulffs-stuhl-vor-die-tuer_aid_713047.html
        Das war sehr traurig!
        Ich wäre sicher wieder mit dabei aber im Juli bin ich auf dem Atlantik. Ich wünsche viel Erfolg! Gebt das RECHTZEITIG bekannt und ERINNERT immer wieder an den Termin!
        Und schreibt das auch in die Kommentare bei den Zeitungen, vielleicht kann die SZ ja einen Artikel dazu schreiben? Schaltet Nixe ein, die streut die Infos auch immer gut (aber nicht auf Seehofers Seite!!!).
        Denkt daran, nichts wäre schlimmer als eine Mini-Beteiligung. Das wäre Munition für Merk + Co.

        MfG

        Deali

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      • Silvi Ipek schreibt:

        Nicht in Bayern wohnend, werde ich auf jeden Fall an der Demo teilnehmen,
        Bisher war ich sehr zurückhaltend mit der Preisgabe meiner Identität im Internet. Aber meinem Gefühl und meiner Überzeugung nach habe ich das für Gustl Mollath und den Kampf für seine Freiheit und Gerechtigkeit geändert. Und vielleicht folgen meinem Beispiel noch viele.
        Es ist für uns alle WICHTIG. Es geht nicht nur um Gustl.

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      • Deali schreibt:

        Genau, hatte ich vergessen, schreibt auf jeden Fall mit rein das es nicht um Gustl Mollath geht sondern um jeden einzelnen selbst!

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    • Euler Hartlieb schreibt:

      Mia san Mollath!

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  4. F. Fischer schreibt:

    Auch wenn ich nicht in Bayern wohne, so schätze ich, dass ab einem gewissen Grad der Skandale der „gemeine“ Bayer dann doch selbstbewusst ist und der „geliebten“ CSU mal eine „Watschn“ verpasst.
    Man kann dabei auch zwischen Großstadt- und Land-Wähler unterscheiden. Mit Bierseligkeit wird in den größeren Städten nicht so viel zu holen sein wie bei dem Schützenfest auf dem Land.
    Laut aktuellen SZ-Wahlumfragen liegt die CSU bei ca. 46%, SPD/Grüne/FW zusammen bei ca. 42%. Das ist kein großer Abstand. Die FDP scheint ja rauszufliegen. Und das ist Stand April, also ohne die Zuspitzung gewisser Affären wie Modellautos, Teresa Z. und jetzt vor allem Mollath.
    Wenn der Fall Mollath der CSU weiter um die Ohren fliegt und Ude mal den A… hoch kriegt, dann bräuchte es „nur“ 3% bei der CSU weg und auf die Opposition drauf, dann ist die CSU die Regierung los.
    Ich denke aber auch, dass die Abwahl der CSU nicht relevant ist, denn wenn alle Unterstützer und die Verteidigung fleißig weiter für Herrn Mollath arbeiten und Herr Mollath hoffentlich bald frei ist, dann wird der Fall der CSU noch richtig zusetzen und die Abwahl kommt zwangsläufig.

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    • Beate N. schreibt:

      Ihr Wort in der Wähler Ohr. Nur, Großstädte hat Bayern nicht, aber viiiieeel Landbevölkerung, denn Bayern ist ein Flächenstaat…..und wenn nur in München die CSU nicht gewinnt, ist auch nichts gewonnen!

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      • Nils schreibt:

        Beate N.

        Bin ja sehr froh, dass Opa Kurch ihren Beitrag veröffentlicht hat, obwohl im ersten Satz ein biserl Skepsis enthalten war!
        Ihr Zitat:
        „Ich hatte mir ja fast schon einen blog-Beitrag überlegt…..“

        Jedenfalls war Ihr Bericht für mich sehr aufschlussreich und erlebnisbasiert!

        Was ich aber noch gerne hinzufügen möchte: Wenn der/die PolitikerIn seine/ihre Reisen zur Wahlkampfzeit in den Bierzelten und zu Festen beendet hat, kehrt er dem gemeinen Bierzeltbesucher den Rücken zu und vertieft seine FREUNDE(Amigo)-Netzwerke in den ansässigen Lions-/Rotaryclubs! Da gibt es dann auch keine zünftigen politischen Bierzeltsprüche…nein….. sondern hochkultivierte Vorträge!

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  5. Helmut Mayr schreibt:

    Das ist mir zu platt. Das Thema taugt nicht für den Wahlkampf.

    Es besteht die einmalige Chance, dass ein Untersuchungsausschuss ordentliche Arbeit machen koennte(Konjunktiv), wenn die Parteien ihrem Verfassungsauftrag nachkämen (Konjunktiv) und Mängel in der Justiz und der Finanzverwaltung aufdecken würden( Konjunktiv).

    Solches Wahlkampfgeschreibsel schadet nur der Sache und dem Erfolg.

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    • Sansa schreibt:

      Danke Helmut Mayr , @ das ermutigt mich hier einen Satz einzustellen, der mich heute, im Rahmen meiner politischen Tätigkeit als Bezirksrätin, erreichte:
      “ Solange die Unterbringung von Hr Mollath nicht gerichtlich aufgehoben wird, ist daher die Unterbringung fortzusetzen. Vor diesem Hintergrund irritiert mich auch Ihr Antrag. die „Freilassung von Hr Mollath“ auf Machbarkeit hin zu prüfen und hierfür „Lösungsvorschläge zu erarbeiten“. Der guten Ordnung halber weise ich auf § 120 StGB ( „Gefangenenbefreiung“) hin. Nach dieser Vorschrift begeht ein Verbrechen, wer einen Gefangenen oder eine sonst auf behördliche Anweisung in einer Anstalt verwahrte Person, befreit, zum Entweichen verleitet oder dabei fördert.“ .
      Da kommt doch Freude auf:))
      beste Grüße
      Sansa

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      • Helmut Mayr schreibt:

        Am Sansa

        Wer war der Urheber dieses Satzes?

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      • Joachim Bode schreibt:

        Das wüßte auch ich gerne …

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      • Dian schreibt:

        Bei Gefangenenbefreiung und Bayern fällt mir bei meiner schwachen Geschichtskenntnis nur das Jahr 1945 ein. Dafür darf man doch den US-Amerikanern noch immer dankbar sein, dass sie nicht erst Gesetze zur Befreiung aller KZ-Insassen schaffen ließen sondern angesichts der Unmenschlichkeit handelten.
        Erst letzten Freitag wollten ein paar Aktivisten den Berliner Generalstaatsanwalt Ralf Rother zu lange schon angezeigten Strafvereitelungen, Rechtsbeugung u. a. (ja, nicht nur in Bayern!) in einem Termin bei ihm sprechen. Leider war er dazu gar nicht erst da, auch kein vertretender Leitender Oberstaatsanwalt Manfred Schweitzer oder auch Vertreter des Vertreters. Machten sich diese damit selbst der Strafvereitelung schuldig? Bestätigten sie diese wenigstens durch ihre Weigerung? – Sorry, ich schweife ab.
        Im Haus dieses GenStA hängt eine originale Anzeigetafel des Alliierten Kontrollrats, sehenswert. (Sonnabend ist dort Tag der offenen Tür!) Diese Tafel erinnerte eine Aktivistin an dessen eigentlichen Auftrag, der in dessen Proklamation Nr. 1 von General Eisenhower an das deutsche Volk, März 1945 (vielleicht einen kleinen Moment zu früh 😉 ) gut sichtbar wird ( https://de.wikipedia.org/wiki/Alliierter_Kontrollrat ). Sie meinte, den noch heute dafür „einspannen“ zu können – ein paar (mehr) US-Soldaten sind ja noch da.
        Leider liegen zwischen der „Proklamation“ und heutigen Erfordernissen z. B. der NATO-Pakt und viele, oft gescheiterte „Befreiungsversuche“ der US-Army dazwischen, die mir deren Anrufung unmöglich machen. Ich möchte lieber „Amy go home“ rufen.

        Ach, und zur „Gefangenenbefreiung“ der zu Unrecht Inhaftierten in der Psychiatrie ist die Regierung durch den Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E. Méndez, seit dessen Rede am 04.03.13 aufgefordert ( http://www.folter-abschaffen.de/ ). Und da die Regierung ganz offensichtlich mit Abschirmungen und „Menschenrechts“kämpfen in anderer Herren Länder zu sehr in Anspruch genommen scheint, dürfte nach https://de.wikipedia.org/wiki/Notstand mit GG im Hintergrund in Deutschland ein Rechtfertigungsgrund zu der Art „Gefangenenbefreiung“ gegeben sein, der die Rechtswidrigkeit dieser tatbestandsmäßigen Handlung beseitigt, was sich erst hinterher beweisen lässt – hoffentlich. Andererseits könnte ein findiger RA dies vielleicht auch vorher per Normenkontrollklage(?) prüfen lassen durch ein geeignetes Gericht – in Deutschland?

        Nun, ein wenig Zivilcourage kann es vereinfachen. „Wenn in Deutschland Revolution ist und diese auf dem Bahnhof beginnt, dann kaufen in diesem Land alle Teilnehmenden zuvor noch eine Bahnsteigkarte.“, wird wohl so oder ähnlich gern Lenin angedichtet. Wir können es aber auch besser machen …

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  6. Euler Hartlieb schreibt:

    Beate N : ich finde das super, was Du schreibst.
    Es geht ums Dazugehören, Geborgenheit, Gruppe, Wärme, Verbindung, Emotion, Lust, Drogen (Bier), Singen, Musik, Groehlen, Tanzen, Lachen, Jubeln auch „Anmache“, Libido und Freude. Es geht um Gemeinsamkeit und gute Laune, Vereine und Vereinsmeierei!
    „Festzelt“, aufs“ Feuerwehrfest“, aufs „Schafs-Fest“, zum „Volksfest“ ( Beate N): total zutreffend. Aha!
    Da koennen Twitterer und Blogger nicht so leicht mithalten.
    Deswegen sind auch die Bayreuther „Fest“-„ Spiele“ nicht so unwichtig – böse Geschichte und Vergangenheit hin oder her: die finden wir fast überall, wenn wir hinschauen.
    Wer schafft mir gute Gefühle? Wer schafft gute Gefühle fuer viele? Wer kann ein heimseliges „Wir“ herstellen, dass immer auch ein „Ihr“ oder „die Anderen beinhaltet, wie man an diesem Block gut studieren kann. Deswegen habe ich dieses „Für Uns“, dieses „Wir“ angesprochen, habe von Tanz, Kunst, dem Mollathsong, einer Aktion in Bayreuth, phantasievollen Forderungen drauflos gebrainstormt. Und (wieder Beate N): es geht um „Treue“, „heilig“ sein.
    Berührungsängste abbauen: Mollathunterstützer, diejenigen, die sich Veränderung wünschen, sind auch die, die Bayern lieben, die gerne feiern, die zusammenhalten, solidarisch sind, zujubeln. Das muss nichts Schlechtes sein.
    Beate N “So muss man es machen! In Bayern! Genau so! Das will das Volk! Das Volk will kein quer, kein kontrovers, kein Report Mainz! Das Volk will keine schlaflosen Nächte! Das Volk will Sorglosigkeit, Selbstgefälligkeit, Beweihräucherung, kurz es will Brot und Spiel. Auch Drama.
    Es geht auch um die gute Laune, die Ausstrahlung, wer chic und in ist, wer Zukunft hat und dazu gehört. Wer gewinnt. Kirche ist dabei natürlich in Bayern ein Schlüssel, ob evangelisch oder protestantisch. Da wird gejuchzt, gejodelt, geklatscht und gebetet… da darf man was „raus“ lassen und sich einen geben.
    So ist Mensch. Wer das ausblendet oder psychiatrisiert, trifft womoeglich auch politisch nicht den „Kern“ dessen, was fuer Menschen Emanzipation AUCH bedeutet.
    Und es geht darum, ob „Unser Schönes Bayern“ nur CSU ist, oder ob es auch ein „unser schönes Bayern“ geben kann, dort wo nicht mehr CSU ist. Oder sogar ob CSU anständig werden kann.
    Oder ob man doch lieber das Schild wechselt. Gerade auf dem Land. Wo „Gemeinschaft“ und „wir“ noch eine ganz andere, auch lokale Bedeutung hat. Das ist die Frage.
    Diese Feierlust und Feierform ist natürlich die Kehrseite des Drucks, der Angst, dem Mitmachenmuessen, dem Verschweigen, das mit diesem Zusammenhalten, diesem heimelig oft scheinheiligen „Wir“ verbunden ist.
    Aber jede Alternative muss erst einmal besser sein, mehr auch Freude haben, anbieten, fuer Mehrheiten attrativ sein. Ein besseres „Wir“, nicht nur ein ich. Und weniger Druck, Ausgrenzung, Angst.
    Ob dieses Feiern nun Anbiedern ist, eine Masche oder auch ein bisschen Verständnis dafür, dass Menschen – wir – eine ganze Palette von Bedürfnissen haben, nicht nur materieller Art?
    Erst in zweiter Linie zählt das sachlich bessere Argument, wer Recht hat und bekommt, und die objektive Wahrheit, richtige politische Strategie. Erfolgreiche Bewegungen und Forderungen, die ich selbst erlebt und z.T. mitgemacht habe, hatten immer diese emotionale und Zugehörigkeits-Seite, fast möchte ich sagen, dieser volkstuemliche Teil war manchmal wichtiger als der Rest. Bei und für Mollath spielt dies auch eine große, vielleicht zentrale Rolle.
    Der alte Marx hat sich viel mit den Interessen und Wünschen der Mehrheit von Menschen befasst. Und deswegen finde ich sehr vieles gut, was irgendwie dazu beiträgt, Menschen zu gewinnen, mitzudenken und mitzufühlen; auch wenn es auf den ersten Blick befremdet.
    Damit Mollath freikommt. Ich will mich nicht schämen für Bayern! Auch damit „Mollath“ nicht wieder passieren kann in Bayern; bzw. damit Mollath und seine Stimme – das wofür er einsteht, einsitzt – ein wichtiger, gemochter und geschätzter Teil Bayerns wird. Auch und gerade auf dem Land. Die Palette der Moeglichkeiten ist fuer jeden und ueberall anders; der Kopf, das Hirn alleine reicht aber meist nicht. Doch man muss deswegen auch nicht das Hirn ausschalten, sich anbiedern:
    Im Gegentiel. sondern man kann und sollte dieses urnatuerliche Beduerfnis nach „Emotionalitaet“ und „Gemenschaft“ ernst nehmen. Diese andere Seite des Menschen, auch die andernorts bspw. ueber Jahrhunderte nicht zufaellig immer wieder von den Ordnungskraeften verbotenen Karnevals, koennen erhebliche „poltische“ Kraefte „im Dienste des Gemeinwohls“ und gegen diejenigen, die das Volk „fuer dumm verkaufen wollen“, entfalten. Zumindest die CSU hat dies verstanden. Andere muessen es erst besser machen. Der Hofnarr, der Irre, der Schizophrene, die Hysterikerin, die Hexe und der Veitstanz und und und und haben ueber Jahrtausende Politik gemacht – mit Ihnen wurde vom Volk und von den Maechtigen jeweils Politik gemacht: siehe Mollath. Der Kopf, das Bewußtsein, macht unter 10% aus, gesteuert werden wir von dem Rest. Seit Freud wissen wir das.
    Auch emamzipative Politik ist nicht nur eine Kopfsache.

    Die Leute einlullen, schön Präsenz zeigen, alles weglächeln und die Masse mit einem begeistern. „Die CSU macht es also genau richtig! Sie gibt dem Volk im Wahlkampf wonach des schreit!“ Ein “Prosit der Gemütlichkeit!” berichtet Beate M. von ihrem Freund.
    Kann nur CSU Gemuetlichkeit? Nur die „Mollathgegner“?

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  7. Desconocido schreibt:

    Ich lebe zwar nicht in Bayern, aber da Staatsanwaltschaften bundesweit ermitteln dürfen, mache ich mir schon fast Sorgen um meine Freiheit und um die Freiheit aller Unterzeichner der Onlinepetition. Das Einzige, das mich noch hoffen lässt ist das der Bayern nicht genug Plätze in seinen Psychatrien hat um uns alle unterzubringen. Dennoch bin ich gespannt wie lange es noch dauert bis die anfangen die Unterstützer Mollaths zu diskreditieren. Ich zumindest rechne damit. Denn ich vermute dieser Klüngel hat zu viel, zu verlieren.

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  8. Euler Hartlieb schreibt:

    @desconodico: „Viel zu verlieren:“
    Ich verweise auf einen Tweet, den ich gerade gefunden habe. Ich weiss nicht ob das eine Persiflage ist, oder ob ich nicht richtig sehe: wenn nicht, finde ich die Bermerkung von Herrn Strate extrem bemerkenswert, brisant:

    @ernstvall 3h
    From gabrielewolff.wordpress.com – Today, 7:20 PM
    Fall #Mollath – Rechtsanwalt Gerhard Strate zu „Verfolgbarkeit“ und „Nichtverfolgbarkeit“

    http://sco.lt/4zUUyX
    Retweetet von Hartlieb Euler

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  9. Euler Hartlieb schreibt:

    http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/05/26/der-fall-mollath-eine-hangepartie/#comment-10288

    Oben der OriginalLink; es ist keine keine Persiflage sondern der reale Text von Herrn Strate. Nur die Uhrzeit stimmte nicht. Ich finde das sehr bemerkenswert! (s. auch meine Antwort gestern auf „von schwarzgeld werden keine Kriege finanziert im Kontext Manning “ unter „mia san mia“..)

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    • Silvi Ipek schreibt:

      Die Nichtreaktion damals wie heute wird mir immer klarer. Mein Verständnis dafür wächst aber mitnichten. Meine Empörung, mein Entsetzen dafür umsomehr.
      Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich k…. könnte.

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