Beate N: Mollath eine behutsame Stimme geben

Beate schreibt (kurz bevor sie paar Tage verreist): „Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit
kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!“ Galileo Galilei.

Strate schreibt: „Die Entlassung Gustl Mollaths aus der Unterbringung ist an der Zeit.“
Ich warte nur darauf, dass sich jemand diesen Ruck gibt.
Und es könnte so einfach sein: Beschluss fassen, Tür auf, Herrn Mollath
raus, Tür zu, Fehler zugeben, Fall aufarbeiten, Mollath entschädigen und
rehabilitieren (ist er ja in gewissem Maß durch die Öffentlichkeit schon),
gemachte Fehler konstruktiv nutzen – fertig. Aber leider muss ich mal wieder
eines machen – geduldig sein.
Eigentlich ist es ja auch ein gutes Zeichen, dass man sich in Regensburg so
viel Zeit lässt, weil man sich ja ordentlich in den Fall
einlesen muss. Die Rechtsanwälte von Herrn Mollath haben sich ja auch nicht
über Nacht in den Fall eingelesen.

Mollath eine Stimme geben. Opa, du hast selbst gefragt, wie es sein kann,
dass einer wie Lapp Mollath xmal besucht…Ganz einfach, er wird angerufen
haben, sich als Reporter vom Nordbayerischen Kurier vorgestellt haben und
Besuchstermine mit Herrn Mollath vereinbart haben. Dass Herr Mollath (und
auch ich) eine andere Berichterstattung erwartet haben, erklärt sich ja von
selbst. Aber so wird es wohl gewesen sein.

Man muss aber trotzdem behutsam keinesfalls militant vorgehen, wenn man
Mollath eine Stimme geben will. Erstens, will er überhaupt eine Stimme
haben? Will er einen regelmäßigen Besuchsdienst? Tut man dem BKH nicht
Unrecht, wenn man seine Stellungnahme, sicher ausgelöst durch das heimlich
mitgeschnittene Telefonat, gleich wieder in den Dreck zieht? Ob da jetzt
eine Unterschrift und ein Datum drauf sind oder nicht, ist doch echt egal.
Man hat sich geäußert und es gibt dort sicher nicht nur Unmenschen. Sicher
ist am BKH nicht alles schlecht, auch wenn mich einige jetzt für diese
Meinung „steinigen“ werden. Und der Weg zu einem gewissen Maß an
Öffentlichkeit führt nur darüber, dass man aufeinander zugeht und Rücksicht
nimmt. Sonst verhärten sich die Seiten. Herr Mollath soll es ja bis zu
seiner Freilassung so angenehm wie möglich haben. Ich glaube es wäre
tatsächlich möglich, mit Herrn Mollath einen Besuchstermin zu vereinbaren
(wenn er das möchte) und dann auch mit entsprechendem Vorlauf, z.B. Fotos
oder Mitbringsel (die sich Herr Mollath wünscht) anzumelden. Oder überhaupt
höflich zu fragen, welche
Zugeständnisse noch möglich sind. Und zwar so, dass sich dann beide Seiten
darauf verlassen können. Das muss doch möglich sein?!
Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich verstehe auch, wenn das BKH Bayreuth
vorsichtig bzw misstrauisch ist, denn man weiß ja nie, was ein sogenannter
„Unterstützer“ aus Zugeständnissen macht. Wie Opa schon sagte, manche
machen das auf IHRE Weise.

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11 Antworten zu Beate N: Mollath eine behutsame Stimme geben

  1. Kerstin Buttà schreibt:

    Ich glaube nicht, dass es so einfach ist, die Tür zu öffnen, Mollath gehen lassen und Fehler ein- gestehen.
    Wer tut das schon gerne von den Zuständigen.
    Das würde wahrscheinlich Jobverlust, Mandatsniederlegung usw. mit sich führen.

    Macht das jemand freiwillig?

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  2. IgelinR schreibt:

    vorsichtig und äußerst behutsam – denn wir wissen, dass Geiselnehmer äußerst geladen sind und schnell zuschlagen – wenn sie unter Druck geraten – nur leider werten diese Geiselnehmer die Vorsicht der da draußen vor der Türe als Ohnmacht, als Unfähigkeit und als: deren Meinung nach sind wir ja alle psychisch gestört. . . . Weil wir so rücksichtsvoll, sensibel und vorsichtig sind, darum gibt es sowas wie Psychiatrie, Folter, Misshandlungen, Gewalt durch juristische Urteile,
    Also bitte ich hier alle Leser, nach der Freilassung Mollats mit ihrem Engagement nicht aufzuhören – Hunderttausend andere Menschen warten auf Erlösung von dem Übel der Psychiatrie und Justiz.
    Hunderttausende jedes Jahr. Mein Sohn ist tot – meine Bitte ist nicht zum persönlichen Vorteil oder aus Eigennutz – aber die Psychiatrie und mit ihr big pharma bedroht das Leben insgesamt. DAS LEBEN ALLER MENSCHEN !

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    • Deali schreibt:

      ich kenne Ihr persönliches Schicksal nicht aber man sollte vermeiden die Psychiatrie zu verteufeln. Ich kenne sehr viele Leute denen es in psychiatrischen Kliniken und auch mit Hilfe von Medikamenten gelungen ist ein einigermaßen akzeptables Leben zurück zu gewinnen.

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      • Dian schreibt:

        … dann teilen Sie hoffentlich das Glück und die Freude derer, die Lebensqualität trotz Psychiatrie und Psychopharmaka wiedererlangt haben.
        Diejenigen, die letzteres verteufeln, gehören leider noch zur Minderheit – der wissenden.

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      • Deali schreibt:

        Dian, fahren sie lieber Opa nach Bayreuth, sie kleiner Wilder.

        Wer wie sie nichts weiß muss halt alles glauben.

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      • Dian schreibt:

        … klein und groß sind zuweilen von der Perspektive abhängig.
        Auch Zornige sind manchmal wild – ich weiß, ich kann ’s noch besser!

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  3. Breitenbach schreibt:

    Sie, Frau N., wä­ren nach mei­nem Emp­fin­den mit Ab­stand die ge­eig­net­ste Per­son, um he­raus­zu­fin­den und den Blog-Le­sern mit­zu­tei­len, was Herr Mol­lath will.

    (Um kurz nochmal auf das Pa­pier der »Ab­tei­lung für Öf­fent­lich­keits­ar­beit« des BKH Bay­reuth zu­rück zu kom­men, fin­de ich ih­re Er­fin­dung ei­ner mit­hör­si­che­ren Te­le­phon­hau­be be­son­ders an­er­ken­nens­wert.)

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  4. Deali schreibt:

    “Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit
    kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!” Galileo Galilei.

    Tja Beate N. dann gehören Sie sicher zu der ersten Kategorie.
    Wenn Sie hier von „Zugeständnisse“ reden dann haben Sie wirklich nichts begriffen.

    Es ist Gustl Mollath´s Schuld das
    Dr. Beate Merk ihr Stammelinterview bei Report gegeben hat.
    Das Dr. Beate Merk das Parlament anlügen musste.
    Das Dr. Leipziger und Richter Eberl wegen Freiheitsberaubung angezeigt sind.
    Das Ex-Richter Brixner wegen Rechtsbeugung am Pranger steht.
    Das Roland Jüptner eine Falschaussage vor dem Rechtsausschuss gemacht hat.
    Das es einen Untersuchungsausschuss in seiner Sache gibt.
    usw. usf. Was erlauben Mollath?

    Glauben Sie wirklich das das Gericht in Regensburg eigenmächtig handelt und die Anträge auf die Lange Bank schiebt? Weil die so unabhängig sind?
    Glauben Sie wirklich das Mollath´s Zimmer in der Klinik aus Zufall durchsucht wurde? Wahrscheinlich hat eine Putzfrau einem Pfleger über die vielen DVD´s berichtet, sind ja ein Team.
    Und wenn einer von ihnen freundlich zum Mollath ist dann wird er raus gemobbt.
    An Mollath wird ein Exempel statuiert, der Befehl kommt von ganz Oben!
    Was wird sein falls Regensburg die beiden WA´s abweist? Da wird Strate aber schlucken.
    Was sind das für Spinner die glauben oder hoffen das Angie den Mollath in Bayreuth besucht und ihm die Hand schüttelt?
    Gustl Mollath ist schon lange das Lachen vergangen, der will dort nur noch raus. Was er erlebt ist Folter pur. Und er backt sehr kleine Brötchen, seine Lage ist ihm bewusst.
    Und die Bayern? Denen ist das egal. Ja mei, hat er halt Pech gehabt. Der Brixner, des is ja wirklich a harter Hund. Und gwonnen hama, gegen Dortmund.
    Und die Unterzeichner der Online-Petition, das sind eh nur grüne Spinner, da wählt keiner die CSU. Und wenn, die paar tausend Stimmen, ja mei?

    Wenn Sie auf die zugehen dann nehmen Sie ein paar Blumen mit!

    MfG

    Deali

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    • Dian schreibt:

      Ha, Blumen? Für Brixner, Leipziger, Eberl, Merk, Jüptner, wen meinten Sie? Oder stehe ich auf dem Schlauch, ist jemanden von denen was zugestoßen?

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    • Frieder Kohler schreibt:

      „Es gibt dort sicher nicht nur Unmenschen“, richtig – aber auch ein System von Abhängigkeit. Ein solches wurde 2003 in der ZEIT dargestellt, ich zitiere aus der Nr.12:
      „Hans Peter Friedl hat als Chefarzt der Unfallchirurgie am Uniklinikum Freiburg Patienten geschädigt. Doch vor Gericht zeigt er keine Reue. Ein Lehrstück über den Umgang mit Kunstfehlern.
      Schwer zu beurteilen, welche Zeugenaussagen im Prozess gegen Hans Peter Friedl erschütternder sind: jene der Patienten, die von Schmerzen, Komplikationen und bleibenden Schäden berichteten? Oder die Bekenntnisse von Friedls früheren Mitarbeitern, die in einer Mischung aus Angst, vorauseilendem Gehorsam und fehlender Zivilcourage mit ansahen, wie notwendige Eingriffe nicht oder falsch erfolgten und Komplikationen vertuscht wurden? “ Ja, das ist das Problem: Wer schweigt, macht sich mitschuldig, auch im „Fall Mollath“(Polizei, StA, Gerichte, Banken, Behörden).
      Trost finde ich gerade bei E. Kästner (Keiner blickt dir hinter das Gesicht):
      „Manchmal schaut dich einer an, bist du glaubst, daß er dich trösten werde.
      Doch dann senkt er seinen Kopf zur Erde, weil er dich nicht trösten kann.
      Und läuft weiter mit der großen Herde!“
      Und die Moral von der Geschichte: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – oder wenn WIR es nicht tun, wer soll es dann tun?

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      • Frieder Kohler schreibt:

        Kunstfehler: Schnitt in die Schlagader | Wissen | ZEIT ONLINE
        http://www.zeit.de › DIE ZEIT Archiv › Jahrgang: 2003 › Ausgabe: 12‎
        Ein Lehrstück über den Umgang mit Kunstfehlern. … Von Werner Bartens; Datum 03.11.2006 – 04:21 Uhr; Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen; Quelle DIE ZEIT,

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