Blödmaschinengala mit Merk und Markwort

Einer aus der Stammtischrunde bringt das Gespräch auf den Mollathskandal. Es ist der informierte und hartnäckig argumentierende Dieter Hanitzsch.

Frau Merk (exekutive Macht) äußerst vier Dinge: Die Unabhängigkeit der Justiz ist ein hohes, hohes Gut. Die Justiz hat alles richtig gemacht. Neue Beweise sind aufgetaucht. Frau Merk hat alles richtig gemacht.

Herr Markwort (Medienmacht) äußert drei Dinge: Mollath ist gemeingefährlich. Das Thema Wetter geht vor. Herr Markwort – das ist Information.

Zwei weitere Gestalten („Zivilgesellschaft“) bevölkern den Stammtisch. Der eine ist Professor, der andere Kabarettist. Sie spielen Dummer August oder 

Es war eine Sendung, wie sie üblicher hätte kaum sein können. Daß einen Augenblick der Funktionsmechanismus dieser Art Manipulation erkennbar war, ist Folge einer seltenen Konstellation – der Informationsüberlegenheit des Konsumenten, nämlich derjenigen  Menschen (es sind wenige), die den Mollathskandal kennen und genau verfolgen.

Die Vertreter der Macht teilten in aller Entschiedenheit mit, daß es keinerlei Defizit der im „Fall Mollath“ beteiligten Machtorgane gab und gibt und folglich auch keinerlei Aufarbeitung irgendeiner Art geschehen wird. (Mollath wird wegen „neu aufgetauchter Beweise“ freigelassen werden.)

Der dabei zum Ausdruck gebrachte Zynismus (besonders in den Passagen, da über die Verfolgung von „Steuerdelikten“ palavert wurde (mit dem Wissen des Zuschauers um Mollath im Hinterkopf!)) ist schwer zu ertragen. Mensch sollte das wenigstens als Impuls für radikales Nachdenken positiv nutzen.

Dem dummdreisten „Argumentations“mantra von der Unabhängigkeit der Justiz sollten die Kritiker offensiv damit begegnen, daß auf die Unfähigkeit und Unwilligkeit der Ministerin bzw. Regierung zu einer DEMOKRATISCHEN RECHTSPOLITIK insistiert wird. Eine demokratische Rechtsreform ist bitter nötig. Nachdenken darüber!

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Blödmaschinengala mit Merk und Markwort

  1. Albert D schreibt:

    Sehr guter Kommentar zum Sonntagsstammtisch. Was mich bei der Einlassung von Frau Merk besonders entsetzt hat, war einerseits die Tatsache, dass sie behauptet hat, sie hätte überhaupt nichts falsch gemacht und erst als es einen Ansatzpunkt gab für eine Wiederaufnahme, hat sie sofort „das Richtige“ getan. Und ich meine mich erinnern zu können, dass sie erst „das Richtige“ getan hat, als ihr Horst Seehofer heftig auf die Zehen getreten ist. Aber noch schlimmer ist, dass sie zwar einerseits behauptet, sie hat plötzlich Kenntnis von neuen Fakten erhalten, die zur Wiederaufnahme Anlass geben und sie hätte deshalb so schnell reagiert… Gleichzeitig behauptet sie aber nach wie vor, Mollath wäre ein gemeingefährlicher Reifenstecher. Und das, wo sie doch angeblich weiß, dass es jetzt einen Grund für ein Wiederaufnahmeverfahren gibt, das mittlerweile sogar schon zweifach eingereicht wurde. Meine Meinung ist: Sobald sie auch nur den Hauch eines Zweifels hat, dass das Verfahren und Urteil von damals korrekt waren, darf sie Herrn Mollath nicht mehr bezichtigen, was getan zu haben, was er vielleicht nie getan hat. Es kommt einer Vorverurteilung gleich, die eine Justizministerin und auch Justizangehörige, außer vielleicht die ermittelnden Staatsanwälte, nicht äußern dürfen. Herr Mollath wurde damals freigesprochen. Seine angebliche Gemeingefährlichkeit, für die er „eingeliefert“ wurde, wird aber vorwiegend auf das Zerstechen der Reifen gestützt. Wenn sie nach wie vor der Gewissheit ist, dass „er“ der Reifenstecher war, hätte sie auch keinen Grund für die Weisung ein Wiederaufnahmeverfahren zu prüfen. Jetzt wo „ihre“ Staatsanwaltschaft das nach eingehender Prüfung beantragt hat, darf sie nicht mehr behaupten, „Mollath ist ein Reifenstecher“. Sie hat sich als Justizministerin erneut unmöglich gemacht.

    Auch das NSU-Verfahren zeigt das Versagen der Justizministerin. Sie zieht sich auch hier auf die Position der „unabhängigen Justiz“ zurück. Sie hätte aber seit dem Moment, wo klar war, dass der Prozess in Bayern stattfinden wird, beraten können, was für einen solchen Mammutprozess notwendig ist. Beraten heißt auch helfen, guten Rat zu geben (um die „Schläge“ zu vermeiden) und mitzuhelfen, dass die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Prozess braucht.
    Es hat nichts mit Unabhängigkeit der Justiz zu tun, wenn im Vorfeld die Regierung mit der Justiz gemeinsam überlegt, wie man mit den Herausforderungen eines solchen Prozesses umgeht. Das ist offenbar nicht geschehen und nun hat die Justiz keine andere Möglichkeit, als den Prozess innerhalb der Rahmenbedingungen durch zu führen, die man rechtzeitig hätte verändern können: z. B. Größerer Saal, andere Art der Platzvergabe für Journalisten (Kontingent für ausländische Reporter?). Sie hat das Gericht buchstäblich dem Regen ausgesetzt und dort stehen lassen und nun sagt sie praktisch: „Ich bins doch nicht die es regnen läßt.“

    • Reinhard Treudler schreibt:

      Die richterliche Unabhängigkeit ist ein hohes Gut eines Rechtsstaates, das aber insbesondere in Bayern mit Füssen getreten wird und real nicht existiert, wenn es um bestimmte Fälle geht – wie den von Herrn Mollath.

      Wer sich bei diesen Mängeln in dem Mollath-Gerichtsverfahren – obwohl z.B. der Verteidiger Herr Strate umfangreiche Verfahrensfehler dargelegt hat – auch noch in der Öffentlichkeit hinstellen und alles in einem laufenden Verfahren leugnen kann, ist – wie Frau Merk – für einen Rechtsstaat untragbar.

      Wie sollen die Regensburger Richter – die mit ihrer Peronalakte dem bayerischen Justizministerium unterstehen – hier noch frei entscheiden können, wenn sich Frau Merk derart massiv und präjudizierend als Justizministerin in das Verfahren von Herrn Mollath einmischt?

      Die Aussagen von Frau Merk zu dem Fall Mollath rechtfertigen die Rücktrittsforderung als bayerische Justizministerin.

  2. Frieder Kohler schreibt:

    Markwort und seine Fakten – und dieser Profi (?) hat für einen „Stammtisch“ beste Sendezeit beim BR ! Das nenne ich Desinformation, Merk und ihr Schutzengel hatten schon gelogen, als ihre Mundwinkel noch zuckten! Ja, wie und womit erreichen wir die „Stammtischzuschauer“, wie erreichen wir die träge Masse? Im Ostalbkreis, nur 25 km von der bayerischen Grenze entfernt, ist die Justizaffäre Mollath wenig bekannt, die SchwäPo arbeitet mit dpa Kurzmeldungen, meine Beiträge in „Hier schreibe ich“ bringen kein Echo! Unangenehmes wird von Mitgliedern der Redaktion ohne Begründung ins Archiv verschoben – hier ein Beispiel http://www.schwaebische-post.de/662510 ! Die Sturmgeschütze, um die „geschwärzten“ Mauern/Türme, reichen nicht aus: das sog. mündige Wahlvolk ist schwer zu finden! Trotzdem dürfen wir nicht müde werden, Gustl Mollath und seine Unterstützer (was durfte ich in den vergangenen Monaten dazu lernen!) werden es auch nicht! Herzliche Grüsse von der Kapfenburg, Frieder Kohler

  3. Alter Nassauer schreibt:

    7.4.2013, 11.00 Uhr BR III:
    Traf eine hohle Nuss einen Hohlkopf!

  4. Goldbacher2013 schreibt:

    @Kohler:
    >Im Ostalbkreis, nur 25 km von der bayerischen Grenze entfernt, ist die Justizaffäre Mollath wenig bekannt,
    Hier in Unterfranken, 10km von der hessischen Grenze ist es auch nicht anders. Das wohl von der CSU gesteuerte Main-Echo versucht duch entsprechende Kommentare und Berichterstattungen Frau Merk tatkräftig in irem Sinne zu unterstützen.

  5. Harald Jochums schreibt:

    An die Bayrische Justizministerin Beate Merk – persönlich – Offene Mail

    Sehr geehrte Frau Merk,

    im heutigen Stammtisch des BR (Fernsehen) haben Sie behauptet, Sie hätten im Fall Mollath sofort gehandelt und nicht gezögert, als Sie einen beweisbaren Anfangsverdacht hatten, daß etwas an dem Fall nicht stimmen könnte, ja Sie hätten sogar die ganze Zeit nach Beweisen gesucht. –

    Gegen diese Ihre Aussage spricht so gut wie alles, was Sie in der Öffentlichkeit bis zu Ihrer Anweisung, das Wiederaufnahmeverfahren zu beantragen, gesagt und getan haben:

    – Der interne Prüfbericht der Hypovereinsbank (von 2003) lag der Staatsanwaltschaft seit November 2011 vor (Spiegel 21/11/12). Aus der Zeit stammt auch der 1. Bericht von Report Mainz (11/2011). –
    – In dem Report-Interview (Mainz) vom November 2012 haben Sie noch bestritten, daß der Prüfbericht die Anschuldigungen von Herrn Mollath bestätigten, was ich nur noch als abstrus bezeichnen kann. Die Bank hat die Vorwürfe ganz klar bestätigt – und zwar schon 2003.
    – Selbst wenn Ihnen der Fall bis 2011 nicht bekannt gewesen war, hätte Ihnen doch gerade als Juristin auffallen müssen, daß eine Körperverletzung und eine Reifenstecherei kein Grund ist, einen Menschen auf unbestimmte Zeit in die Psychatrie einzuweisen – auch noch per Ferndiagnose. Und das Gutachten bezog sich noch nicht einmal auf die beiden unterstellten Delikte, sondern auf einen schwammig behaupteten Wahn wg. der Schwarzgeldverschiebungen. –
    – Ihre Bemerkung, Frau Mollath sei ja nicht angeklagt worden, ist wirklich des Merkens wert: Wer kann sie denn anklagen? Die Staatsanwaltschaft. Und warum hat sie das nicht gemacht? Sie hätten da ja mal eine Weisung rausgeben können. Haben Sie aber offensichtlich nicht. –
    – Allein dieser Prüfbericht und die vielen „Gegengutachten“, selbst wenn sie privater Natur waren, hätten Sie sofort zweifeln lassen müssen – und nicht erst, wenn Herr Seehofer eingreift.

    Nein, Frau Merk, Sie haben nicht gehandelt, sondern gezögert, solange es ging, insofern Ihre Aussage erneut zumindest falsch ist. – Ihr ganzes Tun war aus meiner Sicht nur darauf aus, die Bayrische Justiz, die Bayrische Staatsanwaltschaft und sich selbst aus der Sache rauszuhalten. – Tja, und dann haben wir ja noch die Landtagswahlen …

    Mir ist es schleierhaft, wie Sie weiterhin fröhlich im Fernsehen scherzen können (oder es zumindest versuchen), während Herr Mollath weiterhin unter unwürdigen Bedingungen in der Psychatrie festgehalten wird. Sollte sich bei dem Wiederaufnahmeverfahren nun auch juristisch herausstellen, daß das Urteil zumindest grob fahrlässig, wenn nicht sogar vorsätzlich zustande gekommen ist, handelt es sich hier um glatte Freiheitsberaubung durch den Staat – mit allen schwerwiegenden Folgen für Herrn Mollath. –

    Da schon jetzt erhebliche Zweifel an dem Urteil bestehen, fordere ich Sie hiermit noch einmal auf, sich dafür einzusetzen, daß Herr Mollath unverzüglich freigelassen wird – und wenn’s denn juristisch nicht anders geht, mit Auflagen. –

    Mein Vertrauen in die Deutsche Gerichtsbarkeit ist auf jeden Fall erstmal restlos zerstört – auch durch Ihr Verhalten …

    Gruß JO.

    Harald Jochums / u.a. Architekt für Ökologisches Bauen / Turmstraße 12 / 47229 DU-Rheinhausen

  6. Gerd Lemke schreibt:

    Die Frau Dr. Merk ist keine Juristin, sondern eine Strippenzieherin, die es faustdick hinter den Ohren hat. Diese ganze Stammtischrunde war ein Offenbarungseid von Personen die mit der
    Schwarzgeldverschiebung und Geldwäsche knüppeldick verstrickt sind.
    Wie viele Politiker ,Journalisten, Schauspieler haben eigentlich Konten auf den Caymans.
    Mir ist kotzübel geworden, als ich diese Stammtischrunde gesehen habe.
    Billige Selbstdarsteller und Wichtigtuer die in Wirklichkeit kein Herz für unser Land und für
    Europa haben.
    Herr Mollath hat 100 mal mehr Gesetz und Justizverständnis als diese Merktante.
    Sie sollte mal Herrn Mollath besuchen und sich bei Ihm entschuldigen. Die Beweise das
    Er seine Frau misshandelt haben soll hat die Staatsanwaltschaft Regensburg bereits widerlegt
    da das ärzliche Atest gefälscht war.
    Die Gemeingefährlichkeit liegt in der Argumentation der Frau Merk gegen Herrn Mollath.
    Sie sollte aufhören sich selbst zurechtfertigen und ihre Klappe halten.
    Diese einseitige Stellungnahme macht sie unglaubwürdig und Ihr Verhalten in diesem
    Rechtsfall ist für eine Justizministerin mehr als Ungenügend.
    Es macht sie selbst verdächtig, man sollte Vorermttlungen gegen Frau Merk einleiten.

  7. Cramer schreibt:

    Diese http://www…./ Seite werden die meisten kennen. Auch da wurde durch Rechtsbeugung der Freiheit beraubt. Merk hat auch dort die Hände im Spiel.

    • kranich05 schreibt:

      kranich05: Ich habe den oben stehenden Link gelöscht. Er enthielt scharfe und schärfste Anschuldigungen an konkret benannte Personen. Alles, soweit ich es überprüft habe, war anonym! Dafür ist kein Platz im opablog.

      • Cramer schreibt:

        Wäre die Seite Anonym hätte sie kein Impressum. Die Seite ist unübersichtlich strukturiert, aber das sind manch andere Seiten auch. Es finden sich Offene Briefe auf der Internetseite, die offensichtlich per Einschreiben an Verantwortliche darunter Beate Merk gesandt wurden. Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass die Staatsanwaltschaft Regensburg an der Person wiederholt Freiheitsberaubung verübte. Und, die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg dies deckt. Auch an der Echtheit der auf der Startseite mit roter Farbe verlinkte Belehrung der Polizei, gibt es kein Zweifel.

  8. Edgar Schrön schreibt:

    Bravo Herr Hanitzsch!
    Ich hoffe ja nur, dass Sie auch weiterhin am Stammtisch teilnehmen „dürfen“ – „schau mer moll“ wie weit der Arm der CSU in ihr Zentralorgan BR reicht?

  9. Hans Woestner schreibt:

    Mit Verlaub, Markwort ist ein A…loch.
    Ich empfehle euch, an den Bayerischen Rundfunk zu schreiben und Beschwerde über Markwort zu führen. Der Mann gehört nicht in diesen Sonntags-Stammtisch.

  10. Freiheit schreibt:

    So ist leider die Politik.
    Es braucht nur die „richtigen“ Leute im Rundfunkrat, dann kann dem Stimmvieh alles so representiert werden, wie es die regierende Partei wünscht.
    Den bayerischen Rundfunk leitet z.B. der ehemalige Pressesprecher von Frau Merkel.

  11. Thomas Kern schreibt:

    Ich bin ein Justizlaie gib ich zu, aber wie der Herr Markwort sich an diesem Stammtisch verhalten hat ist für mich ein Grund den BR Kanal für immer zu meiden.
    Dass sich dieser Mann (Markwort) nicht schämt, Millionen von Bürger auf so dumme Art und Weise und vor allem so desinformiert zu verarschen! Dachte er habe den Beruf Journalist, sieht eher so aus als ob er das Klopapier von der Staatsministerin ist!
    An den BR schmeißt diesen Markwort raus, sonst werdet ihr sehr viele Zuschauer verlieren!
    Thomas Kern

  12. Dieter Radloff schreibt:

    Wie hat Dieter Hanitzsch das neben Frau Merk ausgehalten, als gestern am Stammtisch über Flüchtlinge geschwätzt wurde ?
    Dieter Radloff Starnberg
    Weiter Waffen in alle Welt ergibt Flüchtlinge aus aller Welt
    Auf einige wenige Flüchtlinge werden wir aufmerksam, wenn sie auf ihrem langen Weg durch Steppen, Wüsten, über Zäune und sonstige Hindernisse in Lampedusa aus dem Meer gerettet werden. Öffentlich kontrollierte Medien versorgen uns dazu täglich mit ausgewogenen Halb-wahrheiten und vermeiden jeden Hinweis darauf, warum so viele Menschen in aller Welt stän-dig auf der Flucht sind. Gäbe es für Waffen die Herstellerhaftung oder würden Flüchtlinge in Europa nach dem Verursachungsprinzip verteilt, müßte Deutschland die aller meisten Flücht-linge aufnehmen. Im globalen Waffenhandel nimmt Deutschland zuweilen den 3. Platz ein, nach Russland und Amerika ! Pro Kopf gerechnet sind wir auf jeden Fall auch in dieser Disziplin Weltmeister und liefern seit Jahrzehnten die besten Panzer, Sturmgewehre, Sprengstoffe, Räumfahrzeuge für Landminen und vieles andere, was möglichst effektiv tötet. Giftgas liefern wir nicht direkt, sondern gelegentlich und unter falschem Namen nur die Ausgangsstoffe dazu. Die Todesstrafe wurde in Deutschland abgeschafft und ersetzt durch eine gesetzlich kontrol-lierte Lizenz zum Töten im Namen des Staates, ohne das Volk, oder wenigstens das Parlament zu befragen. Politisch ist die deutsche Frage in der EU zwar geklärt, aber rüstungstechnisch wirken zwei Weltkriege nach, wie „der Fluch einer bösen Tat, die immer nur Böses kann ge-bären“(Zitat). Der blaue Planet ist ein winziger Punkt im Universum, auf dem wir uns auf einen ruinösen Wettlauf in den Abgrund eingelassen haben. Verdienen ohne zu arbeiten ist zum Kult geworden, mit grenzenlosem Wachstum und stabilem Geld, das sich leistungslos an der Börse vermehren soll. Der globale Finanz- & Rüstungskomplex hat die Welt im Würgegriff.
    In einer hochgerüsteten Welt sind politische Bündnisse noch immer eine Gefahr, denn sie können im Dominoeffekt jederzeit erneut Weltkriege auslösen. Die Nato ist das Sicherheits-risiko für ganz Europa, durch eine vorgestrige und militante (Ost:West)-Ausrichtung. Schon 1952 hatte Moskau einen Vorschlag zur Neutralität und Vereinigung Deutschlands vorgelegt und war auch 1989 aktiv daran beteiligt, daß die Mauer in Berlin endlich fallen konnte. Nur weil die dreiste Nato-Osterweiterung bisher friedlich verlief, meint Deutschland nun Stärke simulieren zu müssen und fühlt sich sicher an der Seite einer gefährlichen Supermacht, deren Rüstungspotential ohne Feindbilder nicht auskommt. Selbst der schwächste U.S.-Präsident wird zum mächtigsten Mann der Welt, wenn Amerikaner sich von aussen bedroht fühlen. Für Kobane allerdings interessiert sich das Pentagon nur waffentechnisch, so wie für andere abseits gelegene Gebiete in Aphghanistan, Mali oder Zentralafrika, die seit Jahren mit Gleichgesinnten als Truppenübungsplatz genutzt werden.
    Die zur Überwindung des Naziregimes hochgefahrene Rüstung wurde nach 1945 bedarfsgerecht umstrukturiert und mündete nahtlos in den Kalten Krieg, aber auch – heimlich still und leise – in den dritten Weltkrieg, den wir zusammen mit Gleichgesinnten in die Dritte Welt verlagern. 48 Länder sind mit vorgeschobenen Argumenten am Krieg in Afghanistan beteiligt und deutsche Waffen in aller Welt halten made in Germany länger als jede Regierung. Aber der 3. Weltkrieg läßt sich – wie jeder Krieg – nicht so einfach beenden, wie er begann. Es ist wie bei der Umweltverschmutzung: Zu viele sind daran aktiv beteiligt. Einige verdienen sich damit eine goldene Nase und sicherten sich Rechte ohne Pflichten zu übernehmen.

    Flüchtlinge kommen oft aus armen Ländern, die reich sind an wertvollen Bodenschätzen. Für den IWF und für Horst Köhler sind das Länder von geostrategischem Interesse. Rohstoffarme Länder sind auch interessant und so blickt die freie Welt 2014 ratlos auf Ägypten, wo demo-kratisch gewählte Amtsinhaber wieder nur Machthaber sind, die vom Militär getragen werden, von den USA finanziert oder wie im Falle Syrien von Russland mit Waffen beliefert werden. In Nordkorea, das von China gestützt wird, wäre es nicht anders, käme es dort nach einem Um-sturz zu freien Wahlen. Im Verteilungskampf um die begrenzten Weltvorräte für bald 7 Milliar-den Menschen bedrohen sich drei Platzhirsche gegenseitig und die Welt mit Massenvernich-tungswaffen, die sie für den Erst- oder Zweitschlag einsatzbereit halten. Das inzwischen friedliche Deutschland kann da nur zuschauen und wäre darüberhinaus im Ernstfall derzeit nur bedingt verteidigungsbereit, weil Waffenexporte Vorrang haben vor Instandhaltung eigener Waffen. Diesen und anderen staatlichen Geheimnissen kommt die informierte Gesellschaft nur deshalb auf die Schliche, weil Wikileaks und Snowden ein wenig Aufklärung brachten und das ‚christliche‘ Abendland im Schlaf überrascht haben.

    Schon Immanuel Kant hatte Zeitgenossen vor einem all zu langen Frieden gewarnt. Napo-leon führte Krieg, um den Frieden zu erzwingen. Karl der Große war gläubiger Crist und hatte sein Reich einem seiner zahlreichen Söhne vermacht, was 1000 Jahre familiere Feindschaften, Erfbfolgekriege und die Kleinstaatlichkeit nach sich zog. Um einen derartigen Machtzerfall zu vermeiden, verordnete der Klerus die Ehelosigkeit, während kinderreiche Dynastien bis 1918 die Welt unter sich aufteilten. Kinderreichtum beim Volk sorgte für Soldaten, damit sich Könige ‚von Gottes Gnaden‘ Kriege leisten konnten, ohne die es in Rom keine Kaiserkrone gab. Als die Gedanken von Rousseau, Marx & Engels geselllschaftlich Relevanz bekamen, wurden auch sie politisch mißbraucht und die Weimarer Republik überzeugte die Welt davon, daß nur starke Staaten – wenn nicht Frieden – so doch wenigstens Ordnung schaffen würden. Aber nur wenige Despoten suchen noch nach Arbeitern und Bauern, die freiwillig an das Paradies auf Erden glauben wollen. Glaube und Religion werden als Fetisch auch heute gern benutzt, auch von demokratischen Parteien, die das C im Namen ihrer Partei benutzen, um Wahlen zu gewinnen.

    Der wissende Mensch kam ohne Glauben nie zurecht und schon die alten Ägypter haben sich Götter erschaffen und Gräber gefüllt mit Gaben für ein Leben nach dem Tode. Confuzius & Buddha rieten zum Erwerb von Verdiensten im Diesseit für einen besseren Rang nach der Wiedergeburt. Die Römer kreuzigten den König der Juden wegen Unruhestiftung wie einen Schwerverbrecher und erhoben den Glauben an ein ewiges Leben später zur Staatsreligion, allerdings ohne die Botschaft der Bergpredigt zu übernehmen. Auch der Islam verschmolz Religion mit Politik ergänzte die 10 Gebote durch eine Kleiderordnung für Frauen und das tägliche Gebet für Männer. Darwin gehörte der anglekanischen Kirche an und soll in Trauer um den Tod seiner geliebten Tochter auf die Frage, ob er die Welt für Gottes Schöpfung halte, geantwortet haben : „Nur ein Teufel kann sich so etwas ausdenken“.

    Weil der Mensch seine Reflexe in der sehr langen Steinzeit entwickelt hat, schwingt er instinktiv noch immer gern die Keule gegen die eigene Art. Selbst in einer überentwickelten und orientierungslosen Welt können der IS oder Gotteskrieger frustrierte Mitläufer finden, die glauben, sie könnten die Menschheit persönlich von all den vielen Irrtümern befreien. Dante würde die Göttliche Komödie heute wohl neu schreiben, aber für wen ? Denn die Krone der Schöpfung ist dabei, sich ohne jeden Grund selber auszurotten – nur weil sie es kann.

    Ob im Heiligen Land oder in der Ostukraine – wo immer Regierungen, Bündnispartner, Aufständische oder Separatisten einen Krieg vom Zaun brechen wollen, die Waffen sind immer schon da, denn der weltweite Finanz- & Rüstungskomplex ist mit Freund und Feind gleichermaßen vernetzt und liefert ‚just in time‘ entweder geheim oder auf Umwegen Waffen für alle. Immer weiter Waffen in alle Welt – um Flüchtlinge aus aller Welt kümmern sich soziale Einrichtungen oder Spendenaufrufe. Flüchtlinge gehören noch immer zu den Kollateralschäden.
    Damit die Welt unsere Waffen bezahlen kann, leisten wir Entwicklungshilfen aus Steuergeldern, ohne die Mittelverwendung zu überprüfen. Wer mit unseren Waffen tötet oder wen, das interessiert uns nicht. Die Fertigkeiten zur massenhaften Waffenherstellung und im Umgang damit hat Deutschland im Krieg erworben und will darauf nicht verzichten – schon wegen der Arbeitsplätze. Dazu treffen sich die movers & shakers der Welt jedes Jahr in Davos und wenig später zur Sicherheit in München, um dort mit Politikern und den eigentliche Mächtigen im Finanz- & Rüstungskomplex zu beraten, wo in einer Welt voller Krisen das Gleichgewicht der Kräfte möglichst unauffällig nachgebessert werden kann. Selbst Israel und die Schweiz mischen beim Waffenexport mit und ignorieren wie Deutschland Rückwirkungen auf den sonstigen Aussenhandel, der auf Sicherheit, Frieden und Freiheit überall angwiesen wäre.

    Auch Physiker suchen nach Anworten und lassen nicht zu, daß Wissenslücken mit Schöpfungsgeschichten gefüllt werden. Doch es sieht so aus, als ob wir immer mehr glauben dürfen, je tiefer die Wissenschschaft in dunkle Materie und dunkle Energie eindringt und nicht voran kommt – zum Ursprung von allem. Der Ur-knall – wenn es ihn je gab – war nur deshalb ein absolutes Ereignis, weil es keinen Beobachter gab. Aber der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen, ebenso wenig, wie die Vertreibung aus dem Paradies, die gerade erst begonnen hat. Viele Flüchtlinge werden noch kommen.

    Dieter Radloff (Flüchtling des 2. Weltkrieges)

    Es gibt sogar ein Kriegsrecht. Der dritte Weltkreig läßt sich nicht so einfach beenden, wie er begonnen wurde. Wie bei der Umweltverschmutzung haben zu viele zu lange davon profitiert, sich Rechte gesichert ohne Pflichten zu übernehmen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s