„Vorwahlkampf“

Immer öfter schwirrt diese Vokabel durch die Medien. Das „spektakuläre“ aber leider nichtssagende Auswahlverfahren der grünen Spitzenkandidaten stimmte auf etwas ein, was wir seit langem aus den USA kennen: den Zirkus vor dem Zirkus vor dem Zirkus; dort Auswahl der Parteienkandidaten, Wahl der Wahlmänner, Wahl des „mächtigsten Mannes der Welt“.

Auch der SPD-Kandidat hat mit Wahlkampfgetöse vor dem Wahlkampf angefangen, während die Regierungsparteien sich vornehm zurückhalten, ohne jedoch zu vergessen, der einen oder anderen Wählergruppe einen Wurstzipfel vor den tropfenden Zahn zu halten.

Scheunentorweit ist die Falle aufgestellt, in der die nächsten 12 Monate das arglose, politisch nicht sonderlich vertiefte, Denken der Stimmabgeber rotieren soll. Zur „Auswahl “ stehen die immergleichen Leute von den Parteien, die, vielleicht mit Ausnahme der Linken, allesamt Krisen- und Kriegspflegeparteien sind. Wer den Selbstbetrug braucht, mit seinem Kreuzchenmachen irgend eine progressive Erwartung zu verbinden, dem sei Stimm-ABGABE, korrekter wäre wohl zu sagen: „Verschleuderung seiner Stimme“, empfohlen. Meine Stimme gebe ich keinem Treter oder Vertreter. Statt dessen verlange ich, daß meine Stimme, nein, nicht nur gehört wird, sondern daß ich unmittelbar und direkt an den wichtigen politischen Entscheidungen beteiligt werde und zwar nicht irgendwie, sondern mitentscheidend.

Sollte ich, solange diese Forderung mißachtet wird, die Partei „Die Linke“ wählen? Eine Frage mit Schwierigkeit, denn in dieser Partei gibt es zweifellos Leute, mit denen ich übereinstimme. Ich werde diese Partei dennoch nicht wählen. Weil ich ihr mißtraue. Sehr Vieles, was sie äußert, ist halbherzig und sehr Vieles, was sie tut, ist weniger als das.

Ich stehe für und brauche eine außerparlamentarische Opposition, die das herrschende kapitalistische Gesellschaftssystem der BRD im Grundsatz und im Detail ablehnt und bekämpft.

Dieser Beitrag wurde unter ökologisch, Bewußtheit, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Lenin, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu „Vorwahlkampf“

  1. klotzchrist schreibt:

    Richtig.
    Interessenvertreter vertreten nämlich die Interessen ihrer Firma. Und das sind ganz gewiss nicht wir.
    Ich fürchte bloß, daß wir wohl einsam sterben werden.

    Gefällt mir

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