Je reicher die Reichen, umso besser für die kleinen Leute

Das wussten Sie noch nicht? Ist doch ein Naturgesetz. Z. B.: Je mehr Beute der Löwe macht, umso mehr freuen sich die Anderen über die Reste. Könn‘ Sie alle fragen, vom Schakal bis zum Mistkäfer. Jeder Festangestellte bei VW (die Leiharbeiter ausgenommen) wird das bestätigen. Wenn eine Bonuszahlung von 7500 €  herausspringt, mag der Chef ruhig 17 Mio € kriegen. (Würde er 30 Millionen kriegen, wäre der Bonus vielleicht 10.000,-, bei 100 Mio vielleicht gar 11.000,- =  fast 25.000 Deutschmark! Heidewitzka!)

Tiefe Erkenntnisse dieser Art waren der Grund dafür, z. B. die Berliner Wasserbetriebe zu privatisieren, einschließlich der Vereinbarung einer Gewinngarantie für die reichen Privatiers (eine Gewinngarantie, die geheim gehalten wurde und zwar – nicht zu vergessen – von ALLEN Senatsparteien!). Völlig klar, diese Privatisierung musste sich am Ende (wenn man nur lange genug wartete) für alle „Berlinerinnen und Berliner“ auszahlen. Geduld ist eine hohe Tugend, dito das „Hoffen und Harren“.

Besonders verdienstvoll ist es, teure Geschenke abzubauen, die früher mal den kleinen Leuten gewährt wurden, sich aber längst überlebt haben, keinen Sinn mehr machen, bürokratisiert und versteinert sind und heute höchstens noch einige Nassauer mästen. Es braucht mutige Aufklärer, mutige Experten, mutige Politiker, die den Finger in die Wunde legen, verstaubte Zöpfe öffnen und alte Vorhänge abschneiden.

So geht es im Bereich der Sozialen Arbeit darum, die gesetzlich fixierten „Hilfen zur Erziehung“ abzuschaffen, die oft genug dazu führen, daß Underclasseltern gutgemeinte Unterstützung ausbremsen und kreative Angebote nach dem Prinzip Gießkanne (mit denen sich 50% der Mittel einsparen lassen) mißachten. Der Hamburger Senat und andere SPD-geführte Länder haben mutige Initiativen ergriffen, doch immer noch gibt es Gutmenschen, Ewiggestrige (sogar, welche Schande, vom Fach!), die gegen die geplanten Segnungen mobilisieren.

Das allerneueste Erneuerungsfeld ist die Kultur. Eine Viererbande (soviel Kalauer muß sein) höchst mutiger Experten (mit glänzender Talkshowzukunft) wird demnächst mittels Frischzellentherapie (äußerst preiswert, 50% Einsparung und mehr) die deutsche Kultur retten. Ihre Studie erscheint zwar erst am 20. 3. (also zwei Tage nach Deutschlands Stunde Null) aber die, mit Verlaub, Blödmaschinen drehen schon jetzt am Limit. Die nächste „Debatte der Herzen“ ist uns gewiß. Das sind Zeiten, da Google-Trends auf den Begriff „Kulturinfarkt“ immer noch antwortet: „Your terms – Kulturinfarkt – do not have enough search volume to show graphs.“ Einst, es ist lange her, passierte das sogar bei dem Namen „Sarrazin“.

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