Deutsche Ermächtigungen

Nachdem das BuVerGericht auf Antrag des Voßkuhle-Senats unter Verletzung der sog. Verfassung/des Grundgesetzes den Beschluß gefaßt hat, den Einsatz der Bundeswehr gegen die Bevölkerung der BRD zu erlauben, nach diesem “Blitzschlag aus heiterem Himmel” habe ich mich einiger Ereignisse “deutscher Ermächtigung” erinnert.

1870 gab es mal die “Emser Depesche”, ein schlichtes Telegramm. Beim Mittagstisch, zwischen Gänsebraten und Nachspeise, formte der Fuchs Bismarck daraus (unter wachsend staunender Begeisterung des alten Haudegens Moltke) eine kleine Billardkugel und schickte sie über die französische Bande. Nur wenige Tage später waren der König (der sogleich den Kaisermantel nähen ließ) und sein Moltke zum ersehnten Krieg und Sieg ermächtigt. Später zählte man knapp 200.00 Kriegstote + paar zehntausend tote Kommunarden in Paris. Eine populäre Folge solch erfolgreicher Ermächtigung wurden auf Jahrzehnte hinaus die jährlichen Sedansfeste, auf denen sich der deutsche Mann nebst Frau und Kindern an Strömen von Bier und Begeisterung besoff.

In der Folge feierte Willem zwo eine andere, noch weit spektakulärere Ermächtigung, und zwar am 4. August 1914. Da kannte er plötzlich keine Parteien mehr, keine Stämme mehr, keine Konfessionen mehr, da kannte er nur noch Deutsche! Und er erwartete (und wurde nicht enttäuscht), die würden mit ihm “durch dick und dünn, durch Not und Tod” gehen. Na ja, durch “Not und Tod” ließ er sie dann allein gehen, da waren er und seinesgleichen gerade anderweitig beschäftigt. Aber seine lieben Deutschen waren erstmal baff vor soviel huldvoller Ermächtigung, ganz besonders auch die ewigen linken Motzkis. Kein Abgeordneter stimmte am 4. August gegen die Kriegskredite! (Immerhin zwei enthielten sich der Stimme.) Viele, viele entschlossen sich nun in Deutschland (und auch anderswo)  “ihr Äußerstes” (wie Gauck es heute ausdrückt), ihr Leben, zu geben. Noch viel mehr – viele Millionen Menschen – mußten es ohne eigenen Entschluß hergeben, ohne rechtzeitig ihre Offiziere und Pfaffen bestrafen oder auch nur verfluchen zu können. Mein Großvater, der Hüne Hermann Kurch, war auch dabei und mußte den kleinen Walter, meinen Vater, mit all seiner ungestillten Liebe als Halbwaise zurücklassen.

Wenn von Ermächtigung die Rede ist, macht es wohl bei Vielen “klick” und ihnen fällt Hitlers “Ermächtigungsgesetz” ein. Mir auch. Was, außer “klick”, fällt uns noch ein?

Auch in jüngerer Vergangenheit, 1992, hat es eine Ermächtigung gegeben. Die war demokratisch-dramatisch, spektakulär, bißchen peinlich aber auch irgendwie cool. Richtig, Ende August 1992 in Rostock-Lichtenhagen, also mit zwanzigjährigem Jubiläum in diesen Tagen. Längst vergeben und vergessen? Oder ham disse Tage uns irjendwat jelernt?

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