Aktuelle Äußerungen von Vertretern der sog. deutschen Eliten, etwa Gauck oder Merkel, lassen Nuancierungen erkennen.
Merkel hatte einst ohne jede Einschränkung erklärt, Israel beizustehen, sei deutsche Staatsräson. Gauck formulierte jetzt, er male sich lieber nicht aus, was das alles bedeuten könne.
Westerwelle übt einerseits den Schulterschluß mit der zum Krieg gegen Syrien treibenden NATO-Fraktion. Andererseits erklärt sich Merkel im Gespräch mit Putin für eine politische Lösung und für den Erfolg des Annan-Plans.
An solchen Differenzierungen ist nichts überraschend, nichts geheimnisvoll. Der deutsche Imperialismus spielt zuverlässig seine Rolle im System des atlantischen Imperialismus. (Gauck betätigte sich gerade als Kriegstreiber als er der Atommacht Israel bestätigte, sie sei einer konkreten Bedrohung durch dem atomwaffenfreien Iran ausgesetzt.) Aber er spielt eben SEINE Rolle. Er achtet durchaus darauf, einen eigenen Handlungsspielraum zu behalten. Er verfolgt eigene Interessen und ist Abenteuern nicht abgeneigt, jedoch wünscht er keineswegs, automatisch in alle und jedes Abenteuer der (verbündeten) Konkurrenten einbezogen zu werden.