Mit “Wortgewaltigkeit” gegen die “sozialistischen Globkes”

Jedes Übel hat auch seine guten Seiten. Dieser Trost ist schwach aber trotzdem nicht zu verachten.

Daß Gauck jetzt aus seiner landauf landab Reisepredigerrolle geholt wird und künftig prominent als Stratege für Volksideologie praktiziert, ist kein kleines Übel. Das Gute daran: Es dürfte damit vorbei sein, daß seine Auslassungen weitgehend ignoriert werden. Man kommt nicht umhin, ihm aufmerksamer auf’s Maul zu schauen  Die kruden Thesen des pathologischen Antikommunisten kriegen nicht nur eine enorme Reichweite, sondern hoffentlich auch die Kritik, die sie verdienen.

Einen Anfang solcher Auseinandersetzung finde ich hier. Oder kannten sie diesen Satz des Herrn, den er bereits 2009 als Festredner im Deutschen Historischen Museum (!) von sich gab: “Wir konnten nicht zulassen, daß die sozialistischen Globkes in ihren Ämtern und Positionen in Staat und Gesellschaft blieben”?

Eine ideologische Konstante des Gauck ist es, mittels “verschleifender Rede” (Volkhard Knigge) die “beiden totalitären Diktaturen” zunächst gleichzusetzen, um endlich den Kommunismus als das größte Menscheitsverbrechen aller Zeiten zu identifizieren. Gauck steht (seit seinem 9. Lebensjahr, wie er selbst angibt) für krankhaften Antikommunismus, gepaart mit dem schmallippigen Glaubenseifer seiner jahrhundertealten (gleichwohl postmodernisierten) Freiheitsinstitution. Wie die Wendung von den “sozialistischen Globkes” verrät, geht es dabei nicht ohne Reizworte mit antifaschistischer Konnotation. (Das durften wir schon bei unserm Auschwitz-Joschka, dem anderen begnadeten Volkstribunen, beobachten.)

Wir erleben die Grundlegung und erste Ausgestaltung der ideologischen Zukunftsverfasstheit der deutschen/atlantischen imperialistischen Gesellschaft – wüster Antikommunismus zur Abwehr jeden Gedankens an Gleichheit + Behauptung der Freiheit um jeden Preis = mittels jeder denkbaren Form von Gewalt. Das sind Schritte, autoritär, schockstrategisch, die zu einem modernen Faschismus, dem Faschismus des 21. Jahrhunderts, ermächtigen.

Von Supergauck wird in diesem Geschäft mindestens Titanisches erwartet. Wer, wenn nicht er! Gestern brachte mein sog. Info-Radio ein Gespräch mit Jemandem, der die erste Biografie des G. geschrieben hat. Dieser Meister der Schrift suchte hörbar nach dem angemessenen Ausdruck für die unvergleichliche Redekraft seines Biografierten. Ich hätte ihm mit “Immensibilität” ausgeholfen. Doch er fand das viel schönere “Wortgewaltigkeit”.

Wo die Tuis zu solchen Verrenkungen greifen, müssen da nicht dem Arglosesten leise Zweifel wachsen?

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Eine Antwort zu Mit “Wortgewaltigkeit” gegen die “sozialistischen Globkes”

  1. Benedict schreibt:

    Treffender gehts nicht. Das ist der traurige Zustand uernser Republik. Noch treffenderdas Bild als Kommentar. Same shit different asshole. Es ist kaum zu glauben. Und densoll man bei diesem Grauen nicht verlieren.

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